Dienstag, 3. September 2013

Hausaufgaben.... das ewig leidige Thema....


In den meisten Bundesländern hat die Schule wieder begonnen, manche genießen noch die Ferien... Stille vor dem Sturm.... Viele SchülerInnen allerdings müssen auch in den Ferien ran...
Lernen in der Freizeit ist doch das Mühsamste, was man sich nur vorstellen kann... zumindest dann, wenn es nicht freiwillig gewählt ist.


Dazu gehören auch die Hausaufgaben. Fachleute streiten sich, ob sie sinnvoll sind oder nicht. Eine Lösung scheint es nicht zu geben. Das möchte ich hier einmal beleuchten und freue mich auf Kommentare und Diskussionen!



Der Sinn der Hausaufgaben ist wohl die Übung des Gelernten, also die Wiederholung, Automatisierung und Vertiefung. Dass neuer Stoff wiederholt und gefestigt werden muss bestreitet niemand. Nicht alle Lernerfahrungen sind so intensiv, dass sie laut Hüther sofort "unter die Haut gehen" und scheinbar automatisch im Langzeitgedächtnis landen. Eine reine Beschäftigungsmaßnahme sind sie also nicht ;).



Der Unsinn schließt sich gleich an den Sinn an. In der Schule wird der Stoff erklärt. Eine Beispielaufgabe wird gemacht. Wenn noch Zeit von 45 Minuten bleibt, werden sogar Fragen beantwortet. Viele Schüler stellen lieber keine. Dafür gibt es verschiedene Gründe: u.a. wollen sie nicht den Unmut des Lehrers aufziehen, oder vor den Klassenkameraden als doof da stehen, außerdem wollen die meisten nicht noch mehr von dem ungeliebten Themen hören, usw.... In diesem Moment gibt es vielleicht sogar gar keine Fragen, weil (noch) wirklich alles klar ist.


Und dann gehts nach Hause. Möglicherweise liegen zwischen Stoffvermittlung und Wiederholung zu Hause noch andere wichtige Fächer und einige Stunden Zeit, sowie spannende Pausen und neueste soziale und mediale Neuigkeiten. Guter Dinge gehts ans Werk! Ähmmmm.. wie war das nochmal? Je nach Knobelmentalität und Angstlevel vor Repressalien wird früher oder später aufgegeben.... Oder mal schnell jemanden fragen, per Telefon oder Chat.... Eltern sind ja auch noch da, die wollen eh sehen, dass man sie erledigt hat. Spätestens jetzt wird's spannend! Es könnte sein, dass sie sich in diesem Gebiet nicht mehr so ganz sicher sind, es aber nicht zugeben wollen; sie haben damals einen anderen "Lösungsweg" gelernt oder sich in der Zwischenzeit einen praktikableren angeeignet, oder sie haben einen anderen "Lerntyp" als ihr Kind... und schon sind die Dramen vorprogrammiert.

Ursache: Einmal gesehen heißt noch lange nicht so verstanden, dass man es selbst machen kann. (Das kann jeder an beliebigen einfachen Beispielen belegen) Die so wichtige Übungs- und Selbsterfahrungsphase muss von Lehrern, oder anderen Menschen begleitet werden. So können SchülerInnen nachfragen, mit einfachen Hinweisen kann der Lehrer auf die Sprünge helfen, kleine Tipps geben. In Lerngemeinschaften weiß irgendjemand doch einen kleinen Schritt weiter und so kann sich das Thema gemeinschaftlich erarbeitet werden, was übrigens noch viel einprägsamer als ständige Übung ist!


Lösungsmöglichkeiten:
  • Übungsphasen gehören in die Schule! In einen rhythmisierten Ganztag! In Lerneinheiten, die über 45 Minuten hinaus gehen und individualisiert sind. Das verstehe ich unter einer sinnvollen Ganztagsschule! 
  • Lerngemeinschaften, die sich gegenseitig unterstützen.
  • Klare Abmachungen zu Hause: Wer ist für die Hausaufgaben verantwortlich? Wann soll wieviel geholfen werden?  Was soll kontrolliert werden?
  • Im Ernstfall ohne Hausaufgaben in die Schule schicken! Die Kontrolle obliegt dem Lehrer, nicht den Eltern! Ebenso die Wissensvermittlung - Eltern sind keine Hilfslehrer!
Mehr Impulse gibt es im Webinar "Hausaufgaben" am 24.09.2013 um 20:00 Uhr.